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Trübsal und Entrückung in der Endzeit

von ALAN KURSCHNER

Vielen von uns wurde gesagt, dass die Gemeinde bereits vor dem Erscheinen des Antichristen entrückt werden wird. Die Bibel lehrt jedoch, dass die Gemeinde zuerst die große Trübsal des Antichristen durchleben wird. Dann, an einem unbekannten Tag und zu einer unbekannten Stunde, wird die Verfolgung der Gemeinde durch den Antichristen durch die Wiederkunft Christi unterbrochen werden, um die Gläubigen zu entrücken, bevor schlussendlich das Zorngericht Gottes über die Welt ergeht.

Der Grund, weshalb die Gemeinde vor der Wiederkunft Jesu zunächst sehr leiden wird, ist die Läuterung und Reinigung der Gemeinde, bei der diejenigen, die nur behaupten, Glauben zu haben, von denen getrennt werden, die tatsächlich wahren Glauben besitzen. Den Gläubigen aber wird versprochen, dass sie nicht ins Zorngericht Gottes kommen. Demzufolge gibt es einen wichtigen biblischen Unterschied zwischen den Ereignissen der großen Trübsalszeit des Antichristen und dem Zorngericht Gottes. Die große Trübsal des Antichristen wird sich gegen die Gläubigen richten, gefolgt vom Zorngericht Gottes gegen die Gottlosen. Der Apostel Paulus sagt:

Wir bitten euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm: Lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist noch durch ein Wort noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da. Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens. (2 Thes 2,1-3)

Die große Trübsal des Antichristen

Die große Trübsal wird mit dem Aufstellen des "Gräuel der Verwüstung" beginnen (Mt 24,15-21). Jesus, der sich auf den Propheten Daniel bezieht, benutzt diesen Ausdruck, um den Antichristen als abscheuliches Götzenbild darzustellen, das ein Sakrileg begeht (Dan 9,27, 12,11). Paulus beschreibt den Antichristen als "den Mann der Gesetzlosigkeit",

der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt. (2 Thess 2,4; vgl. Dan 7,25; 11,36; Offb 13,5–6)

Jesus, Paulus und das Buch der Offenbarung warnen vor der satanischen Täuschung durch Zeichen und Wunder, die mit dem Antichristen verbunden sind (Mt 24,24; 2 Thess 2,9; Offb 13,13-14). Die große Trübsal des Antichristen gegen die Gläubigen, sagt Jesus, wird "schlimmer sein als alles, was von Anfang der Welt an bis jetzt geschehen ist oder jemals geschehen wird" (Mt 24,21; vgl. Offb 13). Gläubige riskieren Verfolgung, weil sie sich weigern, dem Antichristen zu folgen:

Wem es bestimmt ist, in Gefangenschaft geführt zu werden, der geht in die Gefangenschaft; wem es bestimmt ist, mit dem Schwert getötet zu werden, der wird durchs Schwert getötet werden. Hier ist das standhafte Ausharren und der Glaube der Heiligen! (Offb 13,10)

Das Martyrium wird so schrecklich sein, dass Jesus sagt: "Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden" (Mt 24,22; vgl. 2 Thess 1,7). Es wundert daher nicht, wenn die Märtyrer des fünften Siegels zu Gott rufen: "Wie lange, o Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?" (Offb 6,10).

Die Erschütterung des Himmels

Gott erhört ihre Gebete und er verkürzt schließlich die große Trübsal durch die Rückkehr Jesu Christi, um zuerst sein Volk zu erretten und dann seinen Zorn über die Bösen zu bringen. Kurz bevor dies geschieht, sagt Jesus, dass ein himmlisches Ereignis stattfinden wird:

Bald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. (Mt 24,29-30; vgl. Lukas 21,25-26; Offb 6.12-17)

Der Prophet Joel prophezeit ausdrücklich, dass diese himmlischen Zeichen geschehen "bevor der Tag des Herrn kommt" (Joel 2,31). Für die Gottlosen signalisieren die himmlische Erschütterung das bevorstehende Zorngericht (Lk 21,26). Dies ist auch sinnbildlich im sechsten Siegel dargestellt (Offb 6,15-17). Aber für die Gläubigen ist es ein Signal, "sich aufzurichten und den Kopf zu erheben, weil ihre Erlösung naht" (Lukas 21,28).

Auferstehung und Entrückung

Christus wird dann in all seiner Herrlichkeit am Himmel erscheinen, und seine Engel "werden seine Auserwählten versammeln von den vier Windrichtungen her, von einem Ende des Himmels bis zum anderen" (Mt 24,31). Paulus erweitert dieses Versammeln mit expliziter Auferstehungs- und Entrückungssprache (1. Thess 4,13-18). Zwischen dem sechsten und siebten Siegel stellt das Buch der Offenbarung die Entrückten als "eine große Schar, die niemand zählen konnte" dar, die diejenigen waren, "welche aus der großen Drangsal kommen" (Offb 7,9.14). Dem folgt Gottes Gericht (Offb 8,1-6).

Gottes Zorngericht

Die Propheten beschreiben diese Zeit als gerechtes, entsetzliches, unausweichliches und endgültiges Gericht (z. B. Joel 2,28-3,21; Jes 2,10-22; 13,6-13; Obad 15; Zeph 1,1-18). Jesus, Paulus und Petrus warnen, dass dieses Gericht den Gottlosen gilt (Mt 24,37-41; 1. Thess 5,1-11; 2. Petrus 3,1-18). Am selben Tag, an dem die Entrückung stattfindet, beginnt der Tag des Zornes des Herrn, genau wie es in den Tagen Noahs und Lots geschah (Lk 17,22-37; vgl. 2 Thess 1,5-10). Das Buch der Offenbarung lehrt, dass das Zorngericht beim Öffnen des siebten Siegels beginnt, welches die Posaunen- und Schalengerichte enthält (Offb 8-9, 15-16).

Angesichts dieser nüchternen Lehre ist es unerlässlich, dass wir uns geistig darauf vorbereiten, "Überwinder" für das zu sein, was bald geschehen könnte, denn Jesus warnte:

Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. (Mt 24,25)

zeitlicher Ablauf der Trübsal

Zuletzt aktualisiert: 02.06.2018